Mein Projekt

Die ersten sechs Monate meiner Südamerikareise mache ich einen flexiblen Freiwilligendienst in Argentinien. Um eine für mich passende Organisation zu finden war ich auf mehreren Messen (was ich sehr empfehlen kann, da es angenehmer ist sich mit Experten zu unterhalten anstatt sich nur im Internet zu informieren). Ich habe mich schließlich für die Organisation „Experiment e.V.“ entschieden, welche Freiwilligenprogramme überall auf der Welt anbieten.

Während meiner Zeit in Argentinien wohne ich in einer Gastfamilie in Villa Allende, einer Stadt westlich von Córdoba. Die ersten zwei Wochen des Freiwilligendienstes habe ich einen Sprachkurs (den ich auch bitter nötig habe :D) mit 20 Stunden pro Woche und danach folgt die Zeit im Projekt.

Mir war von Anfang an klar, dass ich gerne mit Kindern arbeiten möchte, auch da ich später gerne einen Beruf ausüben möchte bei dem man mit Kindern zu tun hat. Diesen Wunsch habe ich der Organisation mitgeteilt und wurde von der argentinischen Partnerorganisation einer Schule zugewiesen.

In der Schule werde ich den Lehrkräften in den Unterrichtsstunden unter die Arme greifen, beim Englischunterricht helfen und weitere Aufgaben übernehmen.

Ich habe noch nicht sehr viele Informationen zu meiner genauen Arbeit und lasse mich somit überraschen.

Nachtrag: Jetzt nach fast 2 Monaten hier in Argentinien kann ich euch ein mehr von meiner Arbeit im Projekt berichten. Da ich noch spanisch lernen muss bin ich nur dem spanischen Teil der Schule zugeteilt. Von 8 bis 13 Uhr haben die Kinder ganz normal Unterricht und am Nachmittag haben viele Kinder nochmal Fächer in Englisch. Wie gesagt, ich wurde nur den spanischen Stunden zugeteilt und arbeite somit auch nur von 8 bis 13 Uhr, was ganz angenehm ist. Da ich auch in Villa Allende wohne, kann ich zu der Schule in der ich arbeite laufen. In der Schule wurde ich der Musiklehrerin zugeteilt, da ich vorher mitgeteilt habe, dass ich mich gerne musikalisch einbringen würde. Die Musiklehrerin unterrrichtet immer Dienstags und Mittwochs und an diesen Tagen dann alle Klassenstufen von der ersten bis zur sechsten Klasse (6-12 Jahre). An den anderen Tagen wurde ich der fünften Jahrgangsstufe zugeteilt. Meine genrellen Aufgaben sowohl im Musikunterricht, als auch im normalen Unterricht sind, darauf zu achten, dass die Kinder aufpassen und leise sind und auch ihnen zu helfen, wenn sie etwas nicht verstehen (ist noch ein bisschen schwierig mit der Sprache). In manchen Fächern, wie in Mathematik oder dem ganz normalen Englischunterricht kann ich auch deren Aufgaben korrigieren, in anderen Fächern wie zum Beispiel in „Lengua“ kann ich zur Zeit noch relativ wenig machen. Ich versuche natürlich mich so viel wie möglich einzubringen, was in den Musikstunden auch schon ganz gut funktioniert, aber ich unterrichte nicht und hab tatsächlich auch nicht sehr viel zu tun, was sich, je besser mein Spanisch wird und je länger ich da bin, wahrscheinlich noch ändern wird.

Natürlich ist mir einerseits bewusst, dass es in Deutschland auch genug soziale Projekte gibt und es auch hier genug Möglichkeiten gibt sich als Freiwillige zu engagieren und andererseits meine Möglichkeiten dort auch sehr begrenzt sein werden wirklich etwas an Dingen zu ändern. Allerdings ist es auch nicht meine Intension etwas an der dortigen Lebensweise zu ändern, sondern ich finde es wichtig seinen Horizont zu erweitern, Kulturaustausch zu betreiben und vielleicht auch über Vorurteile gegenüber Deutschen aufzuklären. Es soll keinerseits nur zu meinem Vergnügen sein, ich werde versuchen mein Bestes zu tun und mich dort einzubringen, allerdings weiß ich auch, dass dieser Auslandsaufenthalt wahrscheinlich auch vor allem mir selbst sehr viel bringen wird, da ich auf mich alleine gestellt sein werde und viele neue Erfahrungen sammeln werde. (Ich denke diese Information ist interessant für alle die einen solchen Freiwillgendienst als eher kritisch betrachten)